Austropop reloaded

Written by on 17. Januar 2017

Es ist das alte Lied: Österreicher und Österreicherinnen stürmen die Konzertsäle dieses Landes, um sich in der Musik ihrer Lieblingsbands zu verlieren. Die neue Strophe daran: Nicht selten sind es österreichische Bands, die die Hallen ausverkaufen. Bands wie Wanda, Bilderbuch oder Seiler und Speer sind dabei nur die Speerspitze einer florierenden Musikszene in Wien.

Der Beginn einer Bewegung

Dieser Song ist heute vor allem bei jungen Menschen kaum noch bekannt: Das „Tröpferlbad“ von Pirron & Knapp. 1956 veröffentlicht, feierte es 2016 seinen 60. Geburtstag. Und obwohl es etwas in Vergessenheit geraten ist: Das „Tröpferlbad“ war eines der ersten Lieder, das im Dialekt verfasst und gesungen wurde. Gute 15 Jahre später beginnt das, was heute als „Austropop“ bekannt ist, so richtig. Anfang der 70er fangen junge österreichische Musiker wie Wolfgang Ambros oder Georg Danzer an, angloamerikanische Rockmusik zu machen – aber im Dialekt zu singen. Es ist der Beginn einer Bewegung. Jakob Horvat hat mit dem Musiker und Zeitzeugen Ulli Bär und dem Musikmanager Professor Franz Christian Schwarz über die Wurzeln der Popularmusik in Österreich gesprochen.

Das Schubladendilemma

Wenn Nikolaus Schwingshandel alias „Tötet Malinowski“ gefragt wird, welche Art Musik er macht, ist seine Antwort eigentlich niemals „Austropop“. Denn mit Pop im engeren Sinne hat seine Musik wenig gemein. Trotzdem: er ist aus Österreich, singt auf Deutsch und macht somit automatisch Austropop. Das ist zumindest die Denkweise derer, die freudig Musik in Schubladen stopfen, ohne auf die feinen Unterschiede zu achten. Es ist ein Dilemma, mit dem „Tötet Malinowski“ nicht alleine dasteht: Bilderbuch, Wanda, Voodoo Jürgens, der Nino aus Wien – jeder dieser Acts deckt einen ganz speziellen Bereich im musikalischen Genrespektrum ab; nichtsdestotrotz werden sie schnell als Austropop abgestempelt.

Doch was genau ist eigentich der neue Austropop? Ein Lebensgefühl, ein Wiederauflebenlassen der glorreichen Zeiten, ein Kokettieren mit dem Anderssein, oder nur der Versuch, genau über diese Dinge nicht nachzudenken? Mit Hilfe von „Tötet Malinowski“ und Professor Franz Christian Schwarz hat Julia Kmetovics versucht, diesen Fragen auf den Grund zu gehen.

Foto: © pitpony.photography / CC-BY-SA-3.0


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