Boxen in Österreich

Written by on 12. Dezember 2019

Boxen ist die älteste Kampfsportart der Welt. Zum ersten mal wurde es 688 v. Chr. als Faustkampf (Pygme) bei den Olympischen Spielen der Antike erwähnt. Heute heißt der Faustkampf Boxen. Jeder Sportler setzt sich das Ziel, der Beste zu werden, doch nur eine Handvoll schafft den Weg nach ganz Oben. Muhammad Ali war einer von ihnen und er wusste wie hart es ist dorthin zu kommen. 

Champions werden nicht in Trainingshallen gemacht. Champions werden durch etwas gemacht, das sie in sich tragen: ein Verlangen, einen Traum, eine Vision. Sie brauchen außergewöhnliche Ausdauer, sie müssen ein wenig schneller sein, sie brauchen die Fähigkeiten und den Willen. Aber der Siegeswille muss stärker sein als die Fähigkeiten (Zitat: Muhammad Ali)“.

Sein Siegeswille machte ihn zu einer Legende. Muhammad Ali kämpfte im Ring für sein Vermächtnis und außerhalb für Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichberechtigung. Er prägt das Boxen bis heute und ist ein Vorbild für Alt und Jung. In Österreich kämpft die Sportart noch immer um Aufmerksamkeit, und das obwohl sich die Leistungen der österreichischen Boxer sehen lassen kann:

Im September fand die Weltmeisterschaft der olympischen Boxer im russischen Jekaterinburg statt. Der Österreicher Umar Ddzambekov kam bis ins Achtelfinale und verlor nur knapp nach Punkten. Das schaffte seit 20 Jahren kein österreichischer Boxer mehr. Im kommenden Jahr möchte er sich für die Olympischen Spiele qualifizieren, diesem Ziel ordnet er sein ganzes Leben unter.

Das er sich heute nur auf’s Boxen konzentrieren kann war in seiner Kindheit noch nicht vorhersehbar. Mit vier Jahren flüchtete er mit seiner Familie aus der zerbombten Stadt Grozny, Tschetschenien. In Österreich baute sich seine Familie ein neues Leben auf, doch zahlreiche Umzüge und Schulwechsel zwangen Umar dazu, sich immer wieder auf neue Freunde und eine neue Umgebung einzustellen.

Sein bewegtes Leben ist wie ein Skript aus einem Hollywood-Film.  Ein Grund mehr, sich den 22-jährigen Ausnahme-Athleten in einem Porträt genauer anzuhören.

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Beitrag Umar Ddzambekov: Silvana Strieder

Foto: (c) umar_dzambekov (Instagram)

Auch einige der derzeit besten Profiboxer der Welt haben spät mit der Sportart begonnen: Anthony Joshua und Deontay Wilder begannen erst mit 18 zu Boxen, Sergio Martinez erst mit 21 und der legendäre Rocky Marciano, der in seiner Profikarriere nie besiegt wurde (49-0), hat erst Anfang 20 mit Boxen begonnen. Ein bekanntes Beispiel aus Österreich ist Nicole Wesner – die dreifache Boxweltmeisterin begann überhaupt erst im Alter von 32 Jahren.

Seit einigen Jahren gibt es für die Späteinsteiger sogar eine eigene Master-Boxing Division. Master-Boxing wird in anderen Ländern auch als „White-collar boxing“ bezeichnet. Das White-collar boxing kommt aus einem Gym in NYC in den 80er Jahren. Der Besitzer hatte viele White-collar -Kunden also Kunden, die als Angestellte Hemden im Berufsleben tragen. Diese Angestellten, Manager etc. wollten gegeneinander Kämpfen und so entstand das Master-Boxing. Dabei wird im Training u.a. geachtet, dass man keine Verletzungen im Gesicht bekommt. Wer dann aber doch mehr möchte, kann in der eigenen Master Boxing Liga, Kämpfe bestreiten. So wie der Oberarzt Dr. Armin Henning. Er fand das eine coole Sache und bestritt Ende November bereits seinen zweiten Kampf im Master-Boxing. Ein Arzt der boxt?! Warum er das macht, erfährt ihr hier:

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Beitrag Dr. Armin Henning: Michael Tiroch

Armin Henning © Thomas Haumer

 

Studio-Gast Alexander Karakas

2016 erhielt Alexander Karakas mit dem Projekt „Not in God’s name“ den Preis „Österreicher des Jahres“ und ein Jahr darauf erhielt die Initiative den „Integrationspreis Sport“ vom Österreichischen Integrationsfonds. „Not in God’s name“ setzt sich gegen Radikalisierung und für die Integration von Kindern und Jugendlichen ein. Mehr dazu im Studiogespräch von Laura Schott:

Studiogespräch


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