Die mit den Wölfen „tanzt“

Written by on 12. Juni 2017

Sind Sie schon mal einem im Wald begegnet – einem Wolf? Anlässlich des „Jahres des Wolfes“ treffen wir Forscherin Friederike Range von der VetMed-Uni Wien (bildet u. a. TierärztInnen aus). Sie erzählt über ihre spannenden Forschungen mit Wölfen und darüber, wie sehr diese Tiere in Österreich bedroht sind. Und: Redakteur Michel Mehle „tanzt“ mit den Wölfen!

Kurz nach dem „Tag der offenen Tür“ an der Veterinärmedizinischen Uni Wien besucht Moderator Paul Buchacher Wolfsforscherin Friederike Range. Auch sie hat an dem Event mitgewirkt. „Wir haben einen Stand gehabt, wo wir Videos von unserer Forschung gezeigt haben. Ich selber habe auch ein paar Vorträge gehalten, um die Hunde- und Wolfsforschung den Leuten näher zu bringen und zu erklären, warum sie wichtig ist“, erzählt Range. Der „Star“ bei den BesucherInnen war aber eine andere: Wolfshündin Coco, Ranges treue Begleiterin. Während unseres Gesprächs tappst Coco durch den Raum und verbeißt sich in einer Spielfigur. Wie gefährlich sind Wölfe eigentlich? „Ein Wolf wird nicht eine erwachsene Person mit einem Kleinkind angreifen – wenn, dann ist der Wolf wahrscheinlich krank. Oder er hat mit Menschen Erfahrungen gehabt, die nicht im besten Sinne waren“, erklärt Range.

An ihrem Wolfszentrum geht es u. a. darum, herauszufinden, welche Auswirkungen die Domestikation („Niederlassung“) auf die Zusammenarbeit (Kooperation) von Mensch und Hund hatten. Die Frage ist: „Wo kommt das her? Ist es etwas, dass der Wolf schon kann – die Wölfe kooperieren sehr stark miteinander, sie sind sehr soziale Tiere. Sie zeigen sehr wenig Aggression gegenüber Artgenossen, kommunizieren sehr viel mehr als Hunde. Es geht darum, herauszufinden, ob sie kooperativer sind als der Hund“, schildert die Forscherin. Tagtäglich werden die Tiere beobachtet, Studierende nehmen dazu Daten auf. Mit welch spannendem Versuch das Verhalten der Wölfe getestet wird, erfahren Sie in der Sendung.

Forschungen zeigen, dass Wölfe ein Gerechtigkeitsempfinden haben. In Versuchen reagierten sie verärgert, wenn sie schlechter als andere Wölfe behandelt werden. – Wölfe sind zudem streng geschützt – dennoch sind sie vor allem in Österreich, wie Range erklärt, sehr gefährdet: „Die meisten verschwinden wieder, die es eigentlich geben sollte“. – Auf dem Truppen-Übungsplatz in Allentsteig (NÖ) hat sich seit mehr als 100 Jahren wieder eine Wolfsfamilie angesiedelt, deren Verhalten vom Bundesheer genau beobachtet wird. Einige Male lief ein Tier bereits vor die Wildkamera, sonst lassen sich die Tiere kaum blicken. Der WWF bestätigte mittlerweile, dass es weitere Jungtiere gibt. Das Ziel, dauerhaft Wölfe anzusiedeln, dürfte erreicht worden sein. – ExpertInnen des Heeres fordern, dass weniger Rotwild geschossen wird, da die Wölfe den Bestand ohnehin verringern würden. Die Bezirksbehörde Zwettl ist dagegen, argumentiert, die Wildschäden seien zu groß. Daher müsse der Abschussplan eingehalten werden. Der Streit ging vor Gericht, eine Einigung gab es nicht; das Urteil ergeht nun schriftlich.   – Immer wieder hat auch Forscherin Friederike Range Erklärungsbedarf, wenn es um Auseinandersetzungen mit heimischen JägerInnen geht, die Vorbehalte gegenüber bzw. Probleme mit Wölfen haben. Welche Zukunftspläne Range hat, erläutert sie im „Wissenschaftsradio“. – Außerdem: Redakteur Michel Mehle besucht das Wölfe-Forschungszentrum der VetMed in Ernstbrunn nahe Wien und kommt den Tieren ganz nahe – wie erlebt er diesen aufregenden Tag?

Der Podcast zum Nachhören:

 

Credit: Pixabay / Public Domain


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