High-Tech-OP-Saal will Furore machen

Written by on 18. September 2017

1, 1 Millionen Euro – so hoch ist das Förderbudget des Projekts an der FH Campus Wien, bei dem ein neuer High-Tech-Operationssaal für die Ausbildung von Studierenden eingerichtet wird. Andreas Posch, Leiter des Bereichs „Clinical Engineering“ (u. a. zuständig für medizinische Geräte), erzählt in der Sendung mehr über diesen OP-Saal und wie daran gearbeitet wird, den Frauen-Anteil im Medizinstudium zu erhöhen.

Neben den 1, 1 Mio. Euro an Förderbudget schießt der FH Campus Wien selbst noch zwischen 200. und 300.000 Euro für bauliche Maßnahmen zu, was den neuen OP-Saal (Forschungsprojekt) betrifft, erzählt Andreas Posch im Talk mit Moderator Paul Buchacher. Posch: „Wir nehmen uns Themen an wie der Lüftungstechnik, was ganz signifikant ist, um die Patienten-Sicherheit noch zu erhöhen. Wir schauen das Zusammenspiel von Beleuchtung, Kommunikationssystem und eben dieser Lüftung an, also, wie ist der Workflow (Anm.: „Arbeitsfluss“) in diesem Operationssaal abhängig von der jeweiligen Operation zu optimieren.“ Es gehe darum, zu testen, ob gewisse Vorgänge / Arbeitsläufe alltags- und praxistauglich sind, um in den OPs von Krankenhäusern Anwendung zu finden. „Wir nehmen konkrete Situationen und Fragestellungen, die medizinische Einrichtungen an uns herantragen, und versuchen diese, in eine Forschungsfrage umzuwandeln und in diesem Setting die bestmöglichste Lösung zu finden. Und das fundiert mit wissenschaftlichen Studien“, erklärt Posch.

Der neue OP-Saal dient aber auch dazu, um medizinische Geräte zu testen, bevor diese auf den Markt kommen. „Das können etwa neue Operations-Spiegel-Oberflächen sein, um die Strömungstechnik zu optimieren.“ Gemeinsam mit der Industrie würden Prototypen unter wissenschaftlicher Anleitung weiterentwickelt. „Die Konzepte, die sich gut erwiesen haben, können dann in Serienreife gehen“, so Posch sinngemäß. Auch über das Thema des „Roboter“-Einsatzes in der Medizin sprechen wir in der Sendung. Noch in diesem Herbst nimmt übrigens der vom Infrastruktur-Ministerium eingesetzte „Roboter-Rat“ seine Arbeit auf. Dieser soll Strategien entwickeln, wie Österreich bei Robotik und künstlicher Intelligenz Chancen nützen, aber auch Risiken besser kontrollieren kann. – Ebenfalls heuer zeigte sich indes schon wieder einmal: Das klassische Medizinstudium treten nach wie vor wenige Frauen an. Nur 53 Prozent beträgt der Anteil an Frauen, die es geschafft haben, sich an den Medizin-Unis für das Studium zu qualifizieren. Was wird an der  FH Campus Wien getan, um mehr Frauen „zur Medizin“ zu bringen? „Wir haben eine eigene Stabsstelle im Haus. Es wird versucht, vor allem Frauen stärker in die Technik zu bekommen. Speziell im Bereich ,Krankenhaustechnik“ haben wir einen signifikant hohen Anteil an Frauen. Wir liegen da zwischen 25 und 35 Prozent. Das ist für eine ingenieurwissenschaftliche Ausbildung ein sehr hoher Wert“, erzählt Andreas Posch. „Frauen bringen aus meiner persönlichen Sicht viele Kompetenzen mit, die vor allem in der Technik gefordert sind. Etwa Kommunikationsfähigkeit, die Gabe, Themen zusammenzuführen und neue Schritte zu setzen. Integrative Persönlichkeiten sind hier sehr gefragt.“

An welchen weiteren spannenden Forschungsprojekten er arbeiten will und wie man sich am besten vor der bald wieder rollenden Grippewelle schützen kann, verrät Andreas Posch in der Sendung. – Wenn in diesem Herbst neue Folgen der TV-Serie „Club der roten Bänder“ (VOX) zu sehen sind, werden diese wohl wieder ein großes Publikum vor die Bildschirme locken. In der Serie geht es um Jugendliche in einem Krankenhaus, die als PatientInnen alle ein rotes Band tragen und sich in schwierigen Situationen, die ihre Erkrankungen betreffen, gegenseitig Halt geben. In der Realität sind es oft die CliniClowns, die kranken Kindern ein Lächeln auf die Lippen zaubern und dafür sorgen, dass sie für eine gewisse Zeit ihre Sorgen vergessen und die Heilung vorangetrieben wird. Redakteur Michel Mehle hat sie einen Tag lang begleitet. Was er mit den CliniClowns Berührendes erlebt hat, hören Sie im „Wissenschaftsradio“.

Der Podcast zum Nachhören:

 

Credit (Sujetfoto): Pixabay


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