Safe Spaces im urbanen Raum

Written by on 28. Mai 2019

Geschlechtsstereotypie und soziale Differenzierung im Skateboarding: Vor allem Frauen haben hier mit starren Rollenbildern zu kämpfen; auch, weil die Sportart nicht ganz zum femininen Bild passt. Um Frauen gleichermaßen in die Skateboardszene zu integrieren, hat man in Graz einen Safe Space geschaffen. Stefanie Urach berichtet über ein verführerisches Konzept, das aber die gesellschaftliche Meinung spaltet.

Beim Skateboarden ist es wie in anderen männerdominierten Bereichen: Manche Männer wollen den Sport für sich beanspruchen. Das äußert sich durch machohaftes Verhalten im Skatepark, fehlende Rücksicht gegenüber Anfängerinnen oder fehlendes Bemühen, Frauen miteinzubeziehen. Aus diesem Grund hat der Grazer Rollbrett Ästhetenbund in Kooperation mit dem Verein Wiki, der eine Skatehalle zur Verfügung stellt, die Girls-Skate-Sessions als Safe Space ins Leben gerufen. Die wöchentlich stattfindenden Sessions werden für Mädchen, Frauen, Trans und Leute, die einen Safe Space brauchen, offen gehalten. Mitorganisatorin Hannah B. ist es wichtig, dass innerhalb der Sessions die Attribute Transparenz und Integrität an oberster Stelle stehen. Menschen sollen sich in ihrer Ganzheit begegnen können; frei von jeglicher Beurteilung.

©[GRÄB] via Facebook

Der Vorteil hier liegt darin, erste Erfahrungen in einem geschützten Kreis des sich Öffnens, des sich Mitteilens, des sich einander Zuhörens zu machen. Expertin Lisa Leitgeb setzt sich in ihrer Forschungsarbeit mit der Geschlechterdarstellung im öffentlichen Raum auseinander und beweist, dass es Hemmschwellen für Frauen gibt. Jetzt bleibt die Frage, ob eine Überwindung dieser besser gelingt, wenn Frauen und Männer voneinander getrennt werden. Klingt es aber doch nicht wunderschön, wenn ein Raum geschaffen wird, wo Klischees und Verurteilung draußen bleiben ?

 

 

Beitragsbild: © [Brett Sayles_Woman Doing Skateboard Trick] via pexels.com


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