„Selbstfahrende Autos“: Noch viele ungelöste Fragen

Written by on 7. Oktober 2017

Sich in das Auto setzen – und (fast) gar nichts mehr tun, weil sich das Fahrzeug selbst steuert? Für viele Menschen ein ungutes Gefühl – die Skepsis, was selbst fahrende Autos betrifft, sinkt zwar etwas; bis diese auf den Markt kommen, wird es aber wohl noch bis 2040 dauern, sagt eine Studie. Maschine oder Mensch – wer ist künftig schuld, wenn es einen Unfall gibt? Hans Tschürtz, Forscher an der FH Campus Wien, im spannenden Talk zum brisanten & hochaktuellen Thema. Und: „Weltmeisterliche“ SchülerInnen über ihre Roboter-Forschung.

Getestet werden selbst fahrende Autos bereits u. a. in der Steiermark. In Österreich gibt es seit einiger Zeit einen Roboter-Rat, der Strategien für den Einsatz von Maschinen ausarbeitet, aber auch die Risiken abschätzt. Und in Deutschland hat der Verkehrsminister vor der Bundestagswahl eine Kommission zum Thema „Selbst fahrende Autos“ befragt, die zu ethischen („moralischen“) Belangen bei dieser Thematik Stellungnahmen abgeben sollte. Denn wer ist etwa schuld, wenn ein Unfall durch ein selbst fahrendes Auto verursacht wird – die Maschine oder doch der Mensch? „Das ist eine sehr große Fragestellung, bei der auch Rechtsanwälte quasi an der Beantwortung arbeiten“, so Hans Tschürtz, der sich im Rahmen seiner Forschung u. a. auch mit selbst fahrenden Fahrzeugen beschäftigt. „Es gibt nicht die Antwort darauf, weil es davon abhängt, ob wir von Vollautomatisierten oder Teil-Automatisierten sprechen. Also: Ist der Fahrer noch eingebunden, der in kritischen Situationen eingreifen soll? Die Situation ist ausschlaggebend, ob sich beispielsweise etwas auf der Fahrbahn bewegt, ein Tier oder ein Mensch. Da muss er schnell reagieren. Das sind Fragestellungen, die können noch nicht beantwortet werden, da unsere Technologien schwer unterscheiden können, ob es sich um ein Lebewesen handelt oder einen Gegenstand, der sich auf der Fahrbahn befindet.“

Wie sieht er die Studie eines deutschen Bankunternehmens, wonach selbst fahrende Autos erst im Jahr 2040 den Markt durchdrungen haben werden? „Die Wissenschaft sagt, dass wir noch so weit entfernt sind. Wir haben noch sehr viele offene Themen. Wir müssen alle Situationen erfassen und das autonom (Anm.: „unabhängig“) fahrende Fahrzeug muss sie kennen. Kennt es eine Situation nicht, reagiert es quasi undefiniert. Und das kann sehr gefährlich werden“, meint Tschürtz im Gespräch mit Moderator Paul Buchacher. Eine weitere Herausforderung ist es, (Stadt-)Gebiete mit der entsprechenden Anzahl an Tankstellen für Elektroautos zu versorgen, die es künftig vermehrt geben dürfte (einige Autohersteller von „traditionellen“ Dieselfahrzeugen sind im Zuge des sogenannten „Dieselskandals“ unter Druck geraten, zudem gibt es politische Bestrebungen für strengere Auflagen, um die Belastungen der Bevölkerung durch Abgase zu verringern). Die Stadt Wien hat etwa angekündigt, ein flächendeckendes Netz an E-Tankstellen einrichten zu wollen. Im halböffentlichen Raum, also etwa in Tiefgaragen, gab es mit Stand Juli 2017 in Wien rund 400 Ladestationen für Elektrofahrzeuge. Zudem besteht der Plan, generell Parkplätze vermehrt mit solchen Tankstellen auszustatten.

Im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit der Magistratsabteilung 23 der Stadt Wien wird an der FH Campus Wien an einer „Tram on Demand“ gewerkt, „also an einem Schienenfahrzeug, das man per Knopfdruck holen kann“, erklärt Hans Tschürtz. „Und hier untersuchen wir auf der einen Seite die Logistik, also, was brauchen wir, damit wir mehrere Fahrzeuge auf einer eingleisigen Strecke beherrschen können.“ – An welchem weiteren, spannenden Fahrzeugtyp er mit seinem Team arbeitet, verrät er in der Sendung. Außerdem haben wir Vize-WeltmeisterInnen zu Gast. SchülerInnen der HTL Wiener Neustadt haben im Sommer bei der „Roboter-WM“ erfolgreich abgeschnitten. Redakteur Michel Mehle berichtet, was ihr Roboter kann und woran sie forschen.

Der Podcast zum Nachhören:


Credit: Pixabay


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