Vorbehalte gegenüber Islam – was dagegen tun?

Written by on 13. März 2017

Der Anschlag auf die christliche Minderheit der KoptInnen in einer Kirche in Ägypten mit Toten und Verletzten am Palmsonntag. – Der Fall des mutmaßlichen terroristischen Attentäters Anis Amri in Berlin, der verhinderte Anschlag auf den Pariser Flughafen Orly: Diese und andere Ereignisse haben dazu beigetragen, dass es in der Öffentlichkeit viele Vorurteile gibt, auch gegenüber muslimischen Gläubigen. Was kann gegen Vorbehalte getan, wie ein neues Miteinander von Kulturen erreicht werden? Darüber diskutieren wir mit Ednan Aslan, Professor für islamische Religions-Pädagogik in Wien, im Studio.

Rechte, populistische Strömungen werden in Europa zusehends stärker, auch, wenn es „Gegentrends“ wie etwa in den Niederlanden gibt, wo der erwartete Wahlsieg des Rechtspopulisten Geert Wilders nicht eingetreten ist. – Häufig wird von rechten Gruppen vor einer „Islamisierung“ der Gesellschaft gewarnt, Vorurteile werden geschürt. Ereignisse im Zusammenhang mit „Terror“ tun ihr übriges, um viele Menschen zu verunsichern. Was dagegen tun – und wie ist ein friedliches Miteinander von Kulturen möglich? Darüber diskutieren wir mit Ednan Aslan, Professor für islamische Religions-Pädagogik an der Uni Wien, im „Wissenschaftsradio“. Aslan geht dabei zudem auf die Meinungen von Studierenden ein. – Weiteres Thema in der Sendung ist die Debatte um das „Kopftuchgebot“.

Die Wochenzeitung „Falter“ legte in einem Artikel dar, eine Studie von Ednan Aslan über islamische Kindergärten in Wien sei von MitarbeiterInnen des Integrations-Ministeriums bearbeitet und nachgeschärft worden. Sowohl Integrations- und Außenminister Sebastian Kurz als auch Aslan wiesen den Vorwurf zurück – die Studie sei „auf Punkt und Beistrich“ von Aslan, so Kurz in einem TV-Interview sinngemäß. Die Studie wurde mittlerweile veröffentlicht. Die Annahme, dass Betroffene, also Jugendliche, die sich radikalisiert haben, mehrheitlich eine geringe Kenntnis über Religion haben, habe sich nicht bestätigt, heißt es. Radikalisierung passiere in einem extremistisch geprägten Umfeld. Zudem spiele die „Vorstellung“ vom Westen als Feind der muslimischen Welt eine wichtige Rolle. – Ergebnis einer Prüfung der Arbeit, die von der Österreichischen Agentur für wissenschaftliche Integrität (OeAWI) durchgeführt wurde: Ednan Aslan kann im juristischen Sinn kein wissenschaftliches Fehlverhalten bei der Erstellung seiner Studie zu islamischen Kindergärten vorgeworfen werden. Sie weist aber sehr wohl Mängel auf – wobei auch Passagen, die im Außen- bzw. Integrationsministerium umgeschrieben wurden, für Rätselraten sorgen. Die Expertise fußt auf mehreren Gutachten, wie betont wird. Das gesamte Prüfergebnis ist noch nicht einsehbar. Denn dafür ist die Zustimmung Aslans nötig.
– Außerdem in der Sendung zu hören: Der Talk mit Friedrich Orter, langjähriger Auslandskorrespondent des ORF und Autor des Bestseller-Buches „Aufwachen“. Aus seiner Sicht ist es verfehlt, sich gegenüber radikalen MigrantInnen als „Gutmenschen“ zu geben. Europa müsse „aufwachen“ und erkennen, dass die (terroristischen) Gefahren zum Normalzustand werden, schreibt er sinngemäß – wobei er auch darlegt, dass das Problem eben bei den „radikal Denkenden“ liegt. Ob aus seiner Sicht ein „Dritter Weltkrieg“ in Form eines „Cyber-Wars“ droht, erklärt er in der Sendung.

Der Podcast der Sendung vom 14.3.17 zum Nachhören:

Teil 1: 


Teil 2:

 

Credit: Pixabay / Public Domain

 


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