Wie heftig wird die Grippewelle?

Written by on 5. November 2017

Gegen die bald grassierende Grippewelle impfen – ja oder nein? In Österreich gibt es laut einer aktuellen Untersuchung nur wenige militante ImpfgegnerInnen. Sieben Prozent lehnen Impfungen generell ab, 83 Prozent finden sie im Hinblick auf den Schutz von Kindern gut. Wie heftig wird die nächste Grippewelle – und wie kann man ihr generell vorbeugen? Wie stehen die ÖsterreicherInnen zum Thema „Impfen“ in puncto „Zeckenschutz“ und Co.? Darüber sprechen wir mit Monika Redlberger und Ursula Wiedermann von der Medizinischen Uni Wien. – Außerdem: Der spannende Talk mit Suzanne Rödler über das geplante Zentrum für Präzisionsmedizin (personalisierte Medizin) in Wien.

Frauenpower pur diesmal im „Wissenschaftsradio“: Gleich drei weibliche Gäste sind diesmal in der Sendung zu Gast. Mit Virenexpertin Monika Redlberger und Impf-Expertin Ursula Wiedermann, beide von der Medizinischen Uni (MedUni) Wien, sprechen wir über die bei uns voraussichtlich ab Jänner 2018 auftretende, nächste Grippewelle. Eine Prognose zur Stärke dieser „Welle“ gibt Monika Redlberger in der Sendung. – Mit militanten ImpfgegnerInnen, die auch stark in sozialen Netzwerken organisiert seien, habe sie nur wenig zu tun, so Redlberger im Talk mit Moderator Paul Buchacher: „Es gibt das Problem, dass Impfgegner die Impf-Skeptiker verunsichern. Mit diesen verunsicherten Leuten haben wir eher zu tun. Teilweise werden von Impfgegnern Unwahrheiten verbreitet. Und hier ist es wichtig, Informationen zu geben, um Impf-Skeptikern die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Entscheidungen treffen zu können.“ Ein hundertprozentiger Impfschutz sei nicht möglich, legt die Wissenschaftlerin klar dar: „Was die Grippeimpfung aber in jedem Fall kann, ist, vor den schweren Verläufen der Erkrankung zu schützen. Es gibt viel weniger Krankenhausaufnahmen, weniger Komplikationen und weniger Todesfälle.“ Warum es nicht so einfach möglich ist, den zuweilen nicht „passenden Impfstoff“, der bei einer Grippe-Saison zur Anwendung kommt, sofort von der Industrie in veränderter und damit „passender Form“ zu beziehen, was vom „Vierfach-Impfstoff“ für Erwachsene zu halten ist und was Monika Redlberger an der Astrologie („Sternenkunde“) fasziniert, ist in der Sendung zu hören. – Die Gemeindespitäler Wiens bereiten sich indes auf die Grippewelle vor (im Jahr 2016 gab es Kritik, weil PatientInnen vermehrt auf dem Gang liegen mussten). Der Krankenanstalten-Verbund (KAV) verspricht eine bessere Abstimmung und setzt einen Grippe-Schnelltest ein, bei dem in den Spitälern innerhalb von 15 Minuten mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit eine Aussage über eine Infektion getroffen werden kann, wie es vom KAV heißt.

Ursula Wiedermann ist die österreichweit einzige Professorin für das „Impfwesen“. Die Expertin hat kürzlich eine interessante Untersuchung vorgelegt, bei der sie und ihr Team den generellen Einstellungen (Meinungen) zu Impfungen (Immunisierungen) in der niederösterreichischen Gemeinde Pöggstall im Rahmen der Aktion „Prävenire“ genauer auf den Grund gingen. Was sie Spannendes herausgefunden haben und was die wichtigste Informationsquelle beim Thema „Impfen“ darstellt, erzählt Wiedermann im „Wissenschaftsradio“. Zudem sprechen wir mit ihr über das umstrittene und angeblich Krebs auslösende Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat und den Gesundheitsnotstand, der in den USA wegen des großen Drogen-Problems von Präsident Trump ausgerufen wurde. Wie marode ist das Gesundheitssystem in Amerika wirklich?

Außerdem: Die MedUni Wien ist an einem Fundraising-Projekt (beim Fundraising werden Spenden gesammelt) dran, über welches insgesamt drei Zentren für die Präzisionsmedizin bis 2025 gebaut werden sollen. Für das Fundraising verantwortlich ist Medizinerin Suzanne Rödler. Eines dieser Zentren ist jenes für personalisierte Medizin, in dem genetische Faktoren („Grundgegebenheiten“) von PatientInnen besser definiert werden können, vorbeugende Maßnahmen eingeleitet werden und für den einzelnen Menschen gezielte, auf ihn/sie abgestimmte Therapiewege gefunden werden. „Spenden aufzutreiben ist sehr herausfordernd, da es sich in Österreich noch nicht herumgesprochen hat, dass man für Forschung private Mittel auftreiben soll. Es wird davon ausgegangen, dass das die Republik zahlen sollte“, erzählt Rödler. Dabei gehe es um die „Medizin der Zukunft“ und eine verbesserte Ausbildung der Studierenden, so Rödler: „Da sollte es jedem Österreicher wert sein, zwischen einem und fünf Euro zu spenden, damit wir für die Studenten und uns alle eine gute Zukunft haben“. Gespendet werden kann über den Weblink: https://www.zpm.at/

Wie Suzanne Rödler auf die Gründung der „CliniClowns“ in Europa, an der sie mitarbeitete, zurückblickt und wie Herzinfarkten vorgebeugt werden kann (heuer gab es den tragischen Tod von Viennale-Chef Hans Hurch; für Hurch wird ein/e Nachfolger/In ab 2018 gesucht), hören Sie in der Sendung. Redakteur Michel Mehle hat diesmal eine spannende Vitamin-C-/Orangen-Challenge vor – was es damit wohl auf sich hat?

Der Podcast zum Nachhören:

 

Credit: Pixabay


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