(Zu) coole Kinderserien – wie „gefährlich“ sind diese wirklich?

Written by on 3. Mai 2018

„Wickie“ und „Heidi“ in der 3D-Variante, „Mia And Me“: Ist das die „schöne, neue Serienwelt“ für Kinder – wo sind die „guten, alten Zeiten“ mit „Pinocchio“ und Co. geblieben? Sind schnell geschnittene / erzählte Trickserien wie „Die Simpsons“ – die Serie, die weltweit die meisten Episoden aufweist – und Kinofilme wie „Sherlock Gnomes“ bedenklich für die Entwicklung von Kindern/Jugendlichen? Spannender Talk mit Wolfgang Ruge, Experte im Bereich der Kinderfilm-Forschung an der Uni Wien. – Außerdem in der Sendung zu Gast: Die „Wissenschaftlerin des Jahres 2011“ Sabine Ladstätter, die über die wiederaufgenommenen und spannenden Grabungs-Arbeiten in Ephesos (Türkei) berichtet.  

Das Internet und Plattformen wie YouTube, über die „Stars“ mit Kosmetik-Produkten und Co. auch die junge Zielgruppe ins Visier nehmen, haben sich die Sehgewohnheiten von Kindern stark verändert, da ist sich Wolfgang Ruge vom Institut für Bildungswissenschaft an der Uni Wien sicher. Dass aber die Vermittlung von pädagogischen Werten wie „Freundschaft“ und „Zusammenhalt“ in Serien neueren Datums zugunsten des „Spaß- und Unterhaltungsfaktors“ und der „Coolness“ abnehme, ortet er nicht. Generell sieht Ruge die Wichtigkeit, darüber zu diskutieren, was eine/n „pädagogisch wertvolle/n“ Serie bzw. Film für Kinder tatsächlich ausmacht. Im Rahmen seiner Dissertation (Doktor/In-Arbeit) beschäftigt sich Ruge mit den medialen Angeboten für Kinder. In der Sendung erzählt er mehr darüber und wir gehen der Frage nach, inwieweit schnell geschnittene / erzählte Medienangebote (Serien, Filme) negative Auswirkungen auf Kinder haben können. – Außerdem: Nach der Aufregung um den deutschen Musikpreis „Echo“, der nach der umstrittenen Preisvergabe an die Rapper Farid Bang und Kollegah eingestellt wird (Bangs und Kollegahs Texten wird politische Unkorrektheit vorgeworfen, etwa in Form von Frauenfeindlichkeit), diskutieren wir, inwieweit „politisch unkorrekte“ Begriffe aus Kinder-Büchern/-Filmen gestrichen werden sollen.

Millionenerfolg für Kids: Die Animationsserie „Talking Tom“ um Abenteuer eines sprechenden Katers erreicht und begeistert Kinder in vielen Ländern- und sie stammt aus Wien. Redakteur Michel Mehle besucht die MacherInnen im Studio im fünften Bezirk und schaut ihnen über die Schulter.

Außerdem in der Sendung: Der spannende Talk mit Sabine Ladstätter, „Wissenschaftlerin des Jahres 2011“ und Direktorin des Österreichischen Archäologischen Instituts. Kürzlich wurden nach diplomatischen Verstimmungen zwischen der Türkei und Österreich die im Jahr 2016 ausgesetzten Arbeiten österreichischer ArchäologInnen in Ephesos wieder aufgenommen. Ladstätter berichtet im „Wissenschaftsradio“ über die Ziele der Grabungs-Arbeiten und ihre Projekte. – Ladstätter wurde auch als Expertin herangezogen, um die Echtheit von angeblichen Briefen des türkischen Präsidenten Erdogan, die an Wiener Schulen kursierten, zu überprüfen. In den Briefen geht es um Wahlwerbung für Erdogan (am 24. Juni findet die für den Präsidenten wichtige Wahl statt).  Auf den Briefen ist jeweils nur der Nachname des Schülers und die Schul-Adresse zu lesen. Sie wurden alle in Salzburg aufgegeben. Offen ist die Frage, warum die Briefe an Schüler, die noch gar nicht wählen dürfen, verschickt wurden. Sabine Ladstätter hat die Briefe für das Bildungsministerium mit-untersucht. „Das AKP-Logo fehlt und in der Türkei schreibt man die Adresse mittig und nicht links“ so Sabine Ladstätter gegenüber „Wien heute“ (ORF). Der Brief entspricht formal nicht den offiziellen Briefen aus der Türkei.

Das Gespräch mit Sabine Ladstätter zum Nachhören:

 


Der Podcast zum Nachhören des Gesprächs mit Wolfgang Ruge:

 

 

Credit: Pixabay / CC0 Creative Commons


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